Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Institut für Fortbildung und Verwaltungs­modernisierung

Fortbildungsreihe - Kurzbeschreibung

Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern bietet für Mitarbeiterinnen der Landesverwaltung eine modulare Fortbildungsreihe an, um damit gezielt die (Führungs-)Kom­petenzen von Frauen zu fördern und weiterzuentwickeln. Damit trägt sie ihren Teil dazu bei, die gegenwärtige Unterrepräsentanz von Frauen in Leitungs- und Führungspositionen der Landesverwaltung zu reduzieren. 
Die Fortbildung erfolgt wissenschaftlich fundiert unter Einbeziehung der aktuellen Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Karriereentwicklung von Frauen. Es hat sich gezeigt, dass mit speziell auf Frauen ausgerichteten Führungskräftetrainings und Mentoring-programmen an karriererelevanten Dimensionen wie Führungsmotivation, Selbstkonzept und Rollenerwartungen gearbeitet werden kann. Auch darüber, wie Vorgesetzte die Karriere-entwicklung ihrer Mitarbeiterinnen unterstützen können, liegen Erkenntnisse vor. Als besonders wirksam haben sich die Delegation herausfordernder Aufgaben und die direkte Förderung erwiesen. Diese Ansätze, sowohl im Hinblick auf die Frauen selbst als auch auf deren Vorgesetzte, werden in der Fortbildungsreihe aufgegriffen.

Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Darüber hinaus finden Sie weiterführende Informationen in den Untermenüseiten.

Projektleitung
Christiane Schilf c.schilf@fh-guestrow.de 03843/283-510
 
Projektorganisation
Jannika Siemen j.siemen@fh-guestrow.de 03843/283-512
 
Ansprechpartnerin für die Teilnehmerinnen zum Prozessverlauf
Birke Sander b.sander@fh-guestrow.de 03843/283-514

Verlaufsplan des Programms



Zielsetzung der Fortbildungsreihe

Das Fortbildungsangebot ist ein Baustein zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Leitungs- und Führungspositionen in der Landesverwaltung

Teilziele sind:

  • Erkennen des eigenen Führungspotenzials/Profil von Stärken und Schwächen
  • Stärkung der eigenen Kommunikationsfähigkeit in unterschiedlichen Situationen und Rollen
  • Erhöhung der Selbstsicherheit bei der Umsetzung beruflicher Ziele
  • Stärkung von Networking-Fähigkeiten
  • Entwicklung des Durchsetzungsvermögens
  • Gesunde Balance zwischen beruflichen Anforderungen und Privatleben

Dauer und Beginn

Die fünf Fortbildungsmodule werden über einen Zeitraum von einem Jahr angeboten. Das Programm der Fortbildungsreihe startet mit einer Auftaktveranstaltung im Januar und endet mit der Abschlussveranstaltung im Januar des darauffolgenden Jahres. Den konkreten Ablauf sowie die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Verlaufsschema der modularen Fortbildungsreihe.

Modul 1

Modul I - Standortbestimmung, Potenzialanalyse

  • Aktuelle Standortbestimmung, Beruflichkeit als eine Säule der Identität
  • Analyse der wichtigsten Erfahrungen und Strategien
  • Potenzialanalyse Modell Sensus - Profil von Stärken und Schwächen
  • Reflexion von Führungserfordernissen in beruflichen Alltagssituationen
Die Potenzialanalyse dient zur Klärung der Frage, über welche Führungskompetenzen die Teilnehmerinnen verfügen. Das aus den erfassten Persönlichkeitsmerkmalen erstellte Potenzialprofil wird den dienstlichen Anforderungen gegenübergestellt. Durch gezielte Maßnahmen der Potenzialentwicklung können festgestellte Schwächen abgebaut und die Stärken gefördert werden.

Modul 2

Modul II - Führungskommunikation und Konfliktmanagement

  • Sprache und Körpersprache (Ausdruck)
  • Rationale Gesprächsführung vs. Emotionalität in der Kommunikation
  • Erfolgreiche Kommunikationswerkzeuge in Verhandlungssituationen einsetzen
  • Konfliktlösungsansätze erproben und Führungsrolle wahrnehmen
  • Training

Modul 3

Modul III - Führung und Einfluss, Netzwerke

  • Einstieg: Macht oder Einfluss - Ellenbogen oder Empathie, wie das Denken das Handeln beeinflusst
  • Führungskraft als Coach – Selbstreflexion und „wer fragt der führt“
  • Netzwerke knüpfen – durch eine Verbindung im Austausch in der kollegialen Beratung
  • Kollegiale Fallberatung– gemeinsames Lernen im Umgang mit Macht und Ohnmachtsthemen – Lernen durch Fragen, Perspektivenwechsel und Lösungsszenarien
  • Strategien und Praktiken zur Übernahme von Selbst- und Führungsverantwortung

Modul 4

Modul IV - Veränderungsprozesse gestalten

  • Komplexität und Anforderungen von Veränderungen erkennen
  • Umgang mit Emotionen und typischen Verhaltensmustern in Veränderungsprozessen
  • Phasen der Veränderung differenzieren und mit passenden Führungsinstrumenten steuern
  • Selbstführung, Mitarbeiterführung und Einbindung der eigenen Führungskraft
  • Veränderungen strategisch umsetzen; Bedeutung und Nutzen von Vision und Zielklarheit
  • Kollegiale Fallberatungen

Modul 5

Modul V – Karrieresteuerung

  • Aktuelle Standortbestimmung
  • Analyse und Bilanzierung der vergangenen Monate
  • Potenzialanalyse Modell Sensus – Profil von Stärken und Schwächen
  • Reflexion von Führungserfordernissen in beruflichen Alltagssituationen

Methodik

Die Inhalte werden durch Fachinformationen, praxisnahe Übungen, Gruppenarbeiten, Selbstreflexion und Fallbeispiele vermittelt. Insgesamt wird in den Modulen intensiv mit individuellen Rückmeldungen durch die Lehrkräfte und die anderen Teilnehmerinnen gearbeitet. Die Methode der kollegialen Beratung befähigt die Teilnehmerinnen, sich zu aktuellen Themen und Fragestellungen auszutauschen und Handlungsoptionen zu entwickeln.

Mentoring-Prozess und Coaching-Angebot für Mentorinnen und Mentoren

Mentoring wird fortbildungsbegleitend für die Teilnehmerinnen angeboten. Das Potenzial von Mentoring entfaltet sich durch eine vertrauensvolle, wertschätzende und hierarchiefreie Beziehung zwischen Mentee (Teilnehmerinnen der Fortbildungsreihe) und einer erfahrenen Führungspersönlichkeit.

Engagierte Führungskräfte der Landesverwaltung unterstützen in ihrer Rolle als Mentorin bzw. Mentor mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen die Entwicklung aufstiegsförderlicher Kompetenzen der Mentee und damit die Führungsmotivation. Hierzu gehören u. a. karriere-bezogenes Selbstmanagement, Durchsetzungsstärke, Netzwerken, angemessene Selbst-darstellung, Eigeninitiative. Soziale, persönliche und fachlich-methodische Kompetenzen werden als die Basis der Aufstiegskompetenz vorausgesetzt.

Die Mentees wählen sich ihre Mentorin oder ihren Mentor selbst und initiieren die ressort-oder behördenübergreifende Tandembildung. Die Mentee setzen sich klare Ziele und definieren ihre Erwartungen an die Mentoring-Beziehung. Sie sind bereit, die erforderliche Zeit und Verantwortung in diese Form des Lernens und der Zusammenarbeit zu investieren.

Die aktiven Mentorinnen und Mentoren erhalten parallel zu ihrer beratenden Tätigkeit die Möglichkeit, sich zu einem moderierten Erfahrungsaustausch zu treffen und individuell ein Coachingangebot wahrzunehmen.

Angebote für Vorgesetzte

Die Fachhochschule bietet für die Vorgesetzten der Teilnehmerinnen zwei Fortbildungstage zum Thema „Vorgesetzte als Personalentwickler*innen“ an.

Der erste Tag findet in der Regel zwei Monate vor dem offiziellen Beginn der Fortbildungsreihe statt. Es ist eine Einführungsveranstaltung sowohl für die Teilnehmerinnen als auch für ihre Vorgesetzten. Zunächst wird ihnen gemeinsam das Gesamtkonzept der Fortbildungsreihe vorgestellt. Anschließend machen sich die Vorgesetzten mit dem Konzept aufstiegsförderlicher Führung vertraut und sie haben die Möglichkeit, ihre eigene Rolle bei der Personalentwicklung zu reflektieren. Zeitgleich gehen die Teilnehmerinnen in die Matchingphase. Am Ende der Veranstaltung wird sich zum Gesamtkonzept im Plenum noch einmal ausgetauscht.

In der Follow-up-Veranstaltung (ca. drei Monate nach dem Beginn der Fortbildungsreihe für die zwölf Teilnehmerinnen) erhalten die Vorgesetzten die Möglichkeit, sich zum Prozessverlauf der Fortbildungsreihe zu informieren und es werden die Themen

  • Beruflichkeit als eine Säule der Identität
  • Modell Sensus - Profil von Stärken und Schwächen
  • Kommunikation und Führung
aufgegriffen.

Publikationen

Schilf, Christiane (2020). Frauen auf dem Weg in Spitzenpositionen der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern. Evaluierungsbericht. Herausgeberin: Dr. Marion Rauchert, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Dokument

Rauchert, Marion (2019). Was Frauen wollen – und können und dürfen. In: Deutsche Polizei, Fachzeitschrift und Organ der Gewerkschaft der Polizei, Themenheft 11/2019 „Frauen auf dem Weg nach Oben“, S. 12-15. Dokument

Schilf, Christiane (2018). Führung, Team, Feedback – Personalentwicklung! Zwei Projekte für die Landesverwaltung. In: Backstein – Zeitschrift der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Ausgabe Sommer 2018, S. 3-8. Dokument

Gabler, Birgit (2017). Im Tandem stark – Mentoring in der Landesverwaltung. Eine Prozessbeschreibung. In: Backstein – Zeitschrift der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Sonderausgabe 2017 zur Fachtagung „In Führung gehen - interdisziplinäre Ansätze aus Wissenschaft und Praxis - Personalentwicklung als Aufgabe von Führungskräften“ am 23. November 2016 in Güstrow, S. 23-26. Dokument

Korek, Sabine (2016). Die Rolle von Führungskräften bei der Karriereentwicklung –Wechselwirkungen zwischen Geschlecht, Arbeitszeit und aufstiegsförderlicher Führung. In: Backstein – Zeitschrift der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Sonderausgabe 2016 zum Auftakt der Tagungsreihe „In Führung gehen - interdisziplinäre Ansätze aus Wissenschaft und Praxis“ am 5. November 2015 in Güstrow, S. 8-13. Dokument

Schilf, Christiane/ Metzger, Stefan (2016). Frauen gehen an den Start – Prozessverlauf einer Fortbildungsreihe zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen der Landesverwaltung M-V. In: Backstein. Zeitschrift der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Sonderausgabe 2016 zum Auftakt der Tagungsreihe „In Führung gehen - interdisziplinäre Ansätze aus Wissenschaft und Praxis“ am 5. November 2015 in Güstrow, S. 14-25. Dokument

Schilf, Christiane/ Metzger, Stefan (2014). Frauen in Führung! – Konzept und Auftakt einer modularen Fortbildungsreihe zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen der Landesverwaltung M-V. In: Backstein – Zeitschrift der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Ausgabe Herbst/Winter 2014, S. 3-10. Dokument