Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Institut für Fortbildung und Verwaltungsmodernisierung

Für Informationen zu den Fortbildungslehrgängen nach dem Berufsbildungsgesetz (Ausbildung der Ausbilder, Angestelltenlehrgang I sowie Verwaltungsfachwirt) besuchen Sie bitte die Seiten des Ausbildungsinstituts.

Seminartermine

Schutz unserer Kinder vor sexualisierter Gewalt

FT08/2001

02.12.2020

Güstrow

Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege M-V

Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.

Die Konferenz wendet sich an Mitarbeitende und Führungskräfte aus Jugendämtern, dem Gesundheitswesen, Opferhilfeeinrichtungen und Gewaltopferambulanzen, aus Schulen, Polizei, Justiz und andere beteiligte Akteure.

 

Cybergrooming

als die onlinebasierte Anbahnung des sexuellen Missbrauchs eines Kindes, strafbar gem. § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB, verbleibt oftmals im Dunkelfeld. Anzeigen erfolgen häufig nicht durch die Opfer, sondern sind auf Zufallsentdeckungen durch das soziale Umfeld zurückzuführen, wenn Eltern z.B. einen problematischen Chatverlauf zwischen Täter und ihrem Kind entdecken. Durch Forschungen ist bekannt, dass hinschauende Strukturen einen potentiellen Täter abschrecken. Es werden die gegebene Rechtslage und vorhandene Ermittlungsmöglichkeiten dargestellt.

Kindliche Opfer sexueller Gewalt erkennen, schützen und behandeln

2018 waren laut Kriminalstatistik insgesamt 14.606 Kinder von sexueller Gewalt betroffen, gut jedes zehnte war jünger als sechs Jahre (1.826 Kinder). Der Großteil der Kinder entwickelt infolge der erlebten sexuellen Gewalt Verhaltensauffälligkeiten. Diese werden jedoch oftmals nicht als Traumafolgestörungen erkannt.

Hier könn(t)en Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten einen entscheidenden Beitrag leisten. Die Feststellung einer psychischen Traumafolgestörung, die Prüfung einer Behandlungsindikation und die Durchführung einer evidenzbasierten Behandlung gehören zu den zentralen Aufgaben in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

Präventionsprojekt „bewusstSIGN“

Das Präventionsvideo kann in Schulen, Diskotheken, als Kino-trailer, in sozialen Medien pp. verwendet werden, um auf Opferhilfeeinrichtungen aufmerksam zu machen. Es soll Bewusstsein schaffen für Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt sowie für Opferrechte und Opferhilfeeinrichtungen. Durch die Produktion eines Musikvideos und die Verbreitung in den Medien können die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt angesprochen werden. Das Musikvideo und die Kenntnis der Opferrechte dienen zur Erhöhung der Inanspruchnahme der Opferberatungsstellen sowie der Anzeigebereitschaft bei der Polizei.

„Trau dich!“

ist eine vom Land M-V übernommene bundesweite Initiative zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

In einem Theaterstück werden Schülerinnen und Schüler der 4. bis 6. Klassen zu den Themen Kinderrechte und sexualisierte Gewalt informiert und motiviert, sich im Falle eines Missbrauchs an eine Person ihres Vertrauens zu wenden. Die Initiative möchte neben den Kindern auch insbesondere Eltern und pädagogische Fachkräfte der Schulen für das Thema sensibilisieren und handlungsfähig machen.

Kriminalprävention wird als Gesamtheit aller staatlichen und privaten Bemühungen zur Verhütung von Kriminalität gesehen (vgl. Meier 2016:291). Im Bereich des Schutzes von Kindern gegen sexualisierte Gewalt soll möglichst frühzeitig (bereits in Kindertagesstätten und Schulen) mit Prävention begonnen werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich staatliche Stellen wie Jugendämter, Opferhilfen, Gewaltopferambulanzen, Polizei, Justiz und Schulen vernetzen und „aus Schnittstellen Nahtstellen werden“. Alle Beteiligten sollen Kenntnisse über die jeweilige Arbeit der anderen erhalten und gemeinsam dem Kindeswohl dienen. Nur so ist es möglich, dass die Präventionsakteure interdisziplinär zusammenarbeiten.

1 Tag

Dr. Sabine Ahrens-Eipper, Prof. Dr. Rita Bley, Markus Diegmann, Matthias Ritter, Thomas-Gabriel Rüdiger, Dr. Martina Trümper,

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